Buchauszug »» Der Jude als Verbrecher «« von J. Keller und Hanns Andersen » Teil 8 « Hochstapler Ignatz Trebitsch

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Heil Euch, Kameraden und Freunde der Wahrheit,

 

 

 

eine weitere „amüsante Erzählung“ eines wandlungsfähigen Hochstaplers, der wahrlich alle Register der Wandlung zieht, die man nur ziehen kann.

 

 

 

Das sprichwörtliche Fähnchen im Geld- und Machtwind dreht sich wie mit 10 Knoten angetrieben.

 

 

 

Ich habe während der Überarbeitung und Suche nach Bildmaterial zwischenzeitlich nicht mehr gewußt, welche Bilder von all den verschiedenen ich nun nutzen soll.

 

 

 

Nachher war dann klar, das sie ALLE Verwendung finden werden in diesem Beitrag.

 

 

 

UNGLAUBLICH sowas.

 

 

 

Auch erschien es mir zwischendurch eher wie die fiktive Geschichte eines Abenteurer-Romans, indem die einzelnen Charaktere stilisiert werden und im Nachgang dann jedoch zu einer Multipersonellen-Schizophrenen Figur führen.

 

 

 

Und doch gibt es JENE zu Hauf in der Geschichte, allerdings ist ihr Erkennen durch deren Wandlungsfähigkeit extrem erschwert. 

 

 

Los gehts……

 

 

 

 

 

 

…Die gesellschaftliche Sphäre, in der der Hochstapler „arbeitet“, ist durch seine besonderen Fähigkeiten und Neigungen bestimmt:

Straßnoff spielte die Rolle des Aristokraten, Ignaz Trebitsch aber, dessen bewegtes Leben hier erzählt werden soll, war

 

  • Missionar,
  • Politiker,
  • Abenteurer
  • und Spion.

 

 

 

 

 

 

Paks ist ein kleines ungarisches Nest, wo die Donau trüb und träge sich durch die weite ungarische Ebene wälzt.

 

 

Dort lebte Nathan Trebitsch, ein frommer Jude
— fromm und reich.

 

 

Er kaufte das Getreide auf, das ungarischer Bauern fleissig geerntet hatte und verfrachtete es auf eigenen Schiffen. Zwei Töchter hatte er, die einst reiche Partien machen sollten, und zwei Söhne — der eine sollte Bankier werden und ist dann dem Wahnsinn verfallen, auf den anderen wartete die Laufbahn eines Lehrers, Sozialdemokraten und irgendwo in Amerika verschollenen Auswanderers.

1879 wird dem alten Trebitsch ein dritter Sohn, Isaak (oder „Ignaz“) geboren. Fromm, wie der Vater, ist auch der kleine Ignaz — dreimal am Tage ist er in der Synagoge, zweimal wöchentlich fastet er, treibt eifrigstes Talmudstudium. Seine Fähigkeiten sind erstaunlich, mit Hilfe eines Hauslehrers lernt er in einem Jahre alles Notwendige, um in die fünfte Klasse des Gymnasiums eintreten zu können. Mit 16 Jahren erklärt er, unbedingt Schauspieler werden zu wollen.

 

 

Schauspieler? Gewiß.

Denn Isaak Trebitsch ist von demselben Blut und Geist, wie Straßnoff,
wie Salaban,
wie Finkelstein,
wie viele andere Juden, die auf der Bühne
angefangen haben,
um später ihre Talente an ihren Mitmenschen zu erproben.

 

 

Der Handel mit Getreide ist eine durchaus einträgliche Sache, und dem alten Trebitsch fehlt es nicht an Geld, um den Sohn nach Wien, Dresden, Fiume, Paris, Londonzu schicken — vielleicht vergißt er dort seine Theaterpläne. Er vergißt sie nicht und setzt seinen Willen durch. In Budapest wird er Schauspieler, freilich nicht auf lange Zeit. Der Vater muß wieder herhalten, Ignaz reist nach Nord- und Südamerika.

 

 

Was er dort gesehen hat, beschreibt er, in echt Budapester Art:

 

  • — witzig,
  • leicht,
  • reportagenhaft,
  • erotisch gefärbt
  • —in den Zeitungen,
  • wird ein bekannter Journalist,
  • versucht sich in die Politik zu mischen.

 

 

Einem jüdischen Jüngling in Ungarn
schweben meist zwei Laufbahnen vor:
Schauspieler oder Journalist.

Nun, Trebitsch hat sie beide zugleich eingeschlagen und wird „Politiker“.

 

Befriedigt ist er jedoch nicht.
Er hat die Welt kennen gelernt, Ungarn ist ihm zu klein.

 

 

Das jüdische Blut in seinen Adern treibt ihn zum Weltbürgertum, und eben aus diesem Grunde will er die formellen Fesseln seiner Zugehörigkeit zur mosaischen Konfession ablegen. Sie könnten ihn stören in einer Welt, die noch nicht ganz vorurteilslos ist.
Es macht ihm nichts aus, daß er deswegen mit seinem Vater brechen soll, Familiensinn gehört nicht zu seinen Schwächen. In Hamburg trifft er mit protestantischen Missionaren zusammen, die unter Juden wirken. Dort tauft ihn sein früherer Glaubensgenosse, ein Dr. Frank.

 

 

Religion Nr. 2 . . .

 

 

Mehr als das,
Trebitsch wird Priester der irisch-reformierten Kirche und geht als Missionar nach Kanada, wo er eingewanderte Juden zu bekehren hat.

Seine Erfolge sind aufsehenerregend, denn er hat den ganzen Talmud im Kopf,

 

  • er kann genau so gut wie seine Opponenten jedes Argument umdrehen,
  • kann alles beweisen
  • und auch alles widerlegen.
  • Mit seinen Juden sitzt er nun stundenlang zusammen,
  • Rede und Gegenrede ertönen,
  • alle freuen sich an den unmöglichsten Spitzfindigkeiten und Haarspaltereien.
  • Wie sie es aus dem Cheder (1) gewohnt sind, fangen sie an, sich mit dem Oberkörper zu wiegen, ihre Stimmen werden singend.
  • Der bessere Dialektiker, der geschicktere Jude, ist Trebitsch, die Übertritte der Juden werden immer zahlreicher.
    1Jüdische Schule

 

Und dann kommt es zum großen Krach: Trebitsch verlangt freie Station und 85 Dollar Gehalt, der will ihm aber nur 60 Dollar bewilligen, außerdem soll seine Tätigkeit kontrolliert werden.

 

 

Trebitsch ist empört, er schmeißt die Tür zu
— und geht zur Konkurrenz.

 

In kürzester Zeit tritt er zur anglikanischen Hochkirche über, die ihm die gewünschten Dollars in Aussicht gestellt hat.

 

 

Trebitsch ist nun 23 Jahre alt, er hat bereits seine dritte Religion, er glaubt nicht an ein Weiterleben nach dem Tode, er ist nicht weit davon, Gott überhaupt zu leugnen, der Priester Trebitsch.

Ein Jahr später ist er bereits in England, versteht es, sich an den Erzbischof von Canterbury heranzumachen und wird Pfarrer in Appledore, Grafschaft Kent. Für Trebitsch und seine Frau folgen nun Monate friedlichen und stillen Lebens:

  • Gottesdienst,
  • Taufen,
  • Beerdigungen,
  • seelsorgerische Besuche,
  • hier und da eine Einladung von einem benachbarten Gutsbesitzer.

 

 

Das ist alles.

 

 

  • Keine Abwechslung,
  • keine „geistigen Interessen“.
  • Keine Möglichkeit, eine große Rolle zu spielen,
  • Aufsehen zu erregen,
  • viel Geld zu verdienen —
  • kurz, es ist kein Leben für Trebitsch.

 

Der „Pfarrer“ kann dies friedliche Dasein kaum ertragen, mit Sehnsucht denkt er an die „Welt“, erinnert sich seiner glänzenden Journalistenzeit, studiert wieder Politik und Volkswirtschaft.

 

 

Schon drei Jahre betätigt er sich als Geistlicher
— es ist nicht zum Aushalten, diese Rolle fällt ihm zu schwer.

 

 

Da kommt das große Glück — eine Erbschaft, eine genügend große Erbschaft. Keinen Augenblick zögert Trebitsch. Den Rock des Geistlichen hängt er an den Nagel, zieht nach London, richtet sich ein. Der 24jährige ungarische Jude ist ehrgeizig — er will Mitglied des ehrwürdigsten aller Parlamente, des englischen werden.

 

 

Warum auch nicht ?

Er ist klug, geschickt, anpassungsfähig,
hat Geld.

Nur ein Hindernis steht ihm im Wege, der jüdische Name.

 

 

Damit wird er im Handumdrehen fertig. Isaak Trebitsch, dessen Großvater noch Schlesinger hieß, verwandelt sich in einen echt englischen „Timothy Lincoln-Trebitsch“. Einen geeigneten Start findet er bei den Temperenzlern, denen er seine glänzenden rednerischen Fähigkeiten zur Verfügung stellt. Dann kommt er in nahe Beziehung zu einem Philanthropen und Schwerindustriellen. In dessen Auftrage macht er ausgedehnte Reisen und treibt sozialpolitische Studien.

 

 

Ein Riesenbüro wird organisiert,
hervorragende Gelehrte arbeiten in Trebitschs Auftrage — ein umfangreiches Standardwerk über Sozialpolitik wird vorbereitet.

 

 

Dies alles bringt Trebitsch in Berührung mit zahlreichen Politikern, und es gelingt ihm 1910, sich als liberaler Kandidat bei den Wahlen aufstellen zu lassen. Sein feuriges Temperament, sein sprühender Witz, sein beißender Sarkasmus machen Eindruck auf die Wähler — er wird Mitglied des Parlamentes.

 

 

 

 


Ein märchenhafter Aufstieg!

 

  • Trebitsch ist 31 Jahre alt,
  • hochgewachsen,
  • kluge schwarze Augen,
  • volle Lippen,
  • das regelmäßige Gesicht des sephardischen WestJuden.
  • Er ist untadeliger Gentleman,
  • britisch bis in die Fingerspitzen,
  • gescheit,
  • belesen,
  • von den besten Umgangsformen,
  • ein tüchtiger Organisator,
  • sehr guter Redner,
  • gefürchteter Opponent.
  • Er ist auf dem Höhepunkt seines Lebens angelangt, das bisher zwar seltsam und sprunghaft, nicht aber verbrecherisch gewesen ist.

 

 

Könnte er seine innere Unruhe bezähmen,
würde er mehr Ausdauer haben,
so wäre er berechtigt, auf einen weiteren, noch glänzenderen Aufstieg zu hoffen. Aber er will es nicht und kann es nicht:

 

  • er hat weder Ideale,
  • noch höhere Lebensziele,
  • er kennt keine Hemmungen,
  • nur zu einem drängt es ihn — immer wieder in neuen glänzenden Rollen aufzutreten und sich Geld und Macht zu verschaffen.

 

 

In seinem Leben macht sich eine bedenkliche Wendung bemerkbar. Das Parlament interessiert ihn nicht mehr. Er ist noch immer der englische Gentleman, aber seine Tätigkeit verlegt er nach Galizien. Dort weht eine heimatliche Luft, dort kann man mit Öl spekulieren, viel Geld verlieren, aber noch mehr gewinnen. Wo sind die Zeiten, in denen Trebitsch wegen 25 Dollar Lärm schlug? Jetzt geht es um Hunderttausende, ja um Millionen.
Seine ganze freie Zeit widmet er den galizischen Ölfeldern,

  • eine Meute von Vermittlern,
  • Courtage- und Provisionsjägern,
  • von Maklern,
  • Advokaten,
  • Schiebern,
  • halben Verbrechern
  • und ganzen Gaunern begleitet ihn —

 

die Leute heißen

 

  • Rosenthal und
  • Rosenblum,
  • Pinsker und
  • Jontefsohn.

 

 

In ihrer Gesellschaft taut Trebitsch auf. Endlich hat er „Menschen“ um sich, mit denen man reden kann, wie einem der Schnabel gewachsen, unter denen er sich so geben kann, wie er ist — ein Jude, der Geschäfte machen will.
Beinahe vergessen ist die Maske des ,,Timothy“, frech grinst die Fratze des Isaak.

 

 

 

Rasch sammelt sich das Geld in Trebitschs Hand, aber der Krieg zerreißt alle Fäden.

 

 

Trebitsch ist selbstverständlich „Brite“, er will nichts gemeinsames weder mit Deutschen, noch mit Ungarn haben, er stellt sich seiner Wahlheimat zur Verfügung, um die „Hunnen“ zu bekämpfen. Das soll nicht bedeuten, daß er bereit wäre, auf den Schlachtfeldern sein Leben zu riskieren — nein, Soldat sein ist kein jüdischer Beruf. Wohl aber macht er sich anheischig, Briefe, die in deutscher oder ungarischer Sprache geschrieben sind, zu zensieren.

 

 

Nichtsdestoweniger wird Trebitsch verdächtigt.
Man behauptet, er sei ein Spion,
scheele Blicke begleiten ihn in seinem Klub,
man tuschelt hinter seinem Rücken. Trebitsch flieht nach Amerika.

 

 

Und nun geschieht etwas Unerwartetes, er entpuppt sich mit einemmal als glühender Hasser der Engländer. Kaum in New York gelandet, schreibt er eine Reihe von Artikeln, in denen er die alleinige Schuld am Weltkriege England zuschiebt und mit tödlichem Haß seine zweite Heimat“ begeifert.

 

 

Er selbst sagt von diesen Artikeln folgendes:

 

„Ich legte los, erdichtete die tollsten Märchen, daß den Lesern das kalte Gruseln mit kalten Spinnenfingern über den Rücken lief. Kein Wort war wahr an der Sache.“

 

Dieser plötzliche Haß gegen England, wo er zum geachteten und reichen Manne emporgestiegen war, wäre bei jedem NichtJuden schwer zu verstehen. Beim Juden Trebitsch jedoch war der Haß selbstverständlich — ob gegen England oder gegen Deutschland ist unwesentlich. Er haßte als Jude sicherlich beide gleichermaßen.

Fünfzehn Jahre lebte er unter Gentlemen und war um der Karriere willen gezwungen, ihre Lebensart zu teilen, ihre Lebensauffassung nachzuahmen, was in krassestem Widerspruch zu den Instinkten eines jüdischen Vagabunden und Hochstaplers stand. Fünfzehn Jahre mußte er sein wirkliches Ich unterdrücken — seine blinde „Wut gegen England“(seine eigenen Worte) war die Reaktion auf die Unterdrückung seiner wahren Natur, die Verdrängung seiner Instinkte.

 

 

Zu lange mußte der Hochstapler den Anständigen mimen, der Jude den Briten . . .

 

 

 

 

 

 

Auf Englands Betreiben wird Trebitsch verhaftet, ihm werden Spionage und Fälschungen zur Last gelegt.
1915 kommt er zum ersten mal in ein Gefängnis, ein amerikanisches Gefängnis.

 

 

Bald ist er gut Freund mit den verhafteten Berufsverbrechern und kann manches von ihnen lernen. Nicht ohne Behagen gedenkt er dieser Zeit in seinen Memoiren — das waren wieder Kerle, mit denen man ein Herz und eine Seele sein konnte. Den Behörden bietet er sich an, um deutsche chiffrierte Telegramme zu entziffern. Das bringt ihm verschiedene Erleichterungen, er darf die Stadt besuchen und nutzt die Gelegenheit zu Sektgelagen mit Dirnen in Kneipen und Kaschemmen.

  • Vor elf Jahren war er Pfarrer,
  • vor fünf Jahren Member of Parliament,
  • vor kaum einem Jahre reicher Ölquellenbesitzer.

 

 

Vergessen ist alles,
zwischen Geldschrankknackern und Zuhältern sitzt er, ein buntbemaltes Straßenmädchen auf den Knien,
es knallen die Pfropfen.
Es lebe das lustige Leben!

 

 

1916 wird er an England ausgeliefert. Für die Fälschung einiger Akzepte erhält er eine Strafe von drei Jahren Zuchthaus.

 

 

Zuchthaus — das klingt schrecklich!

In Wirklichkeit wird Trebitsch „krank“,
kommt ins Hospital,
wo er beinahe die ganze Zeit in einem geräumigen, hellen Zimmer mit Dampfheizung wohnt.

An Geschicklichkeit und Verstellungskunst hat es Trebitsch niemals gefehlt . . .

 

 

1919 wird er in Freiheit gesetzt und aus England ausgewiesen. Er gelangt nach Berlin. Dort schreibt er Artikel und interessiert sich für Politik. Wem soll er sich nun anschließen? Den Linken? Nein, da sind schon sowieso so viele Juden, und außerdem glaubt Trebitsch nicht an die Stabilität eines parlamentarischen Regimes in Deutschland. Er beschließt daher, sein Glück bei den Rechten zu versuchen. Er lernt Oberst Bauer kennen, macht Reisen nach Doom und Wieringen, wird aber weder vom Kaiser noch vom Kronprinzen empfangen, bietet überall seine Dienste an, schmiedet Pläne und hofft, ein Bündnis der deutschen Monarchisten mit Sowjetrußland einerseits und den russischen Monarchisten andererseits auf die Beine zu bringen, kümmert sich um finanzielle Fragen, ungerufen erscheint er überall, und seine Selbstsicherheit ist so groß, daß man nicht weiß, was man mit diesem ungarischen Juden, der den englischen Namen Lincoln trägt, anfangen soll.

 

 

Es kommt der Kapp-Putsch.
Trebitsch dringt in die Reichskanzlei ein, findet ein leeres Zimmer,
etabliert sich dort in größter Seelenruhe und ernennt sich selbst zum Pressechef der neuen Regierung.

Am nächsten Tage wird ihm leider in eindeutiger Form nahegelegt, zu verschwinden.

 

 

Trebitsch befolgt den Rat, verschwindet und taucht — in München wieder auf. Er erzählt von seiner „ausschlaggebenden Rolle“ beim Kapp-Putsch, erfindet tausend Geschichten, schmiedet neue Pläne, macht sich wichtig und breit, obwohl ihn niemand ernst nehmen will. Sein neuester Plan ist, eine „gegenrevolutionäre Bewegung zu entfachen“, deren Mittelpunkt in Budapest liegen soll.

Großangelegte Verschwörungen verbrauchen viel Geld. Woher es nehmen? Um einen Ausweg ist Trebitsch nicht verlegen

 

 

— er bereitet alles vor,
um falsche Sowjet-Banknoten zu drucken:
Papier, Farbe, Pressen.

Im Zuchthause hat er viel Nützliches über Falschmünzerei gelernt.

 

 

Indessen hapert es mit der Ausführung des Planes von Trebitsch. Es gibt Eifersüchteleien und Streitigkeiten, man gönnt Trebitsch nicht die Rolle, die er für sich beansprucht. Eines Tages kommt es zum offenen Bruch, und schnurstracks begibt sich Trebitsch zum Leiter des französischen Nachrichtendienstes Muzet.

Trebitsch hat schon soviel Religionen und Nationalitäten gewechselt, daß eine Änderung seiner politischen „Orientierung“ ihm nicht im geringsten schwer fällt. Über seine Unterredung mit Herrn Muzet berichtet Trebitsch mit folgenden klassischen Worten:

 

„Muzet bot mir 25 000 Tschechenkronen an. Ich wies sie zurück.

Er bot erhöht 50 000 an. Die nahm ich. Was sollte ich anderes machen?“

 

 

Was sollte ein Jude wohl auch anderes machen?

 

 

Die Zusammenarbeit mit den Franzosen will jedoch nicht gedeihen, sie drohen sogar mit Verhaftung. Trebitsch geht daraufhin zu den Tschechen und bietet ihnen Dokumente für eine halbe Million Kronen an.

Mit „freiem Geleit“ fährt er nach Prag, verfaßt dort ein Memorandum von 58 Seiten und bekommt 200 000 Kronen Anzahlung. Mit den restlichen versprochenen 300 000 Kronen machen die Tschechen Schwierigkeiten, und Trebitsch hat die Stirn, die tschechische Regierung zu verklagen! Die Tschechen antworten mit einer Betrugsanzeige — Trebitschs Dokumente sollen gefälscht sein. Er wird verhaftet, seinen Gegnern gelingt es jedoch nicht, vollgültige Beweise der Fälschung vorzubringen, und das Verfahren wird eingestellt.

 

 

 

 

 

Jetzt beschließt Trebitsch, das undankbare Europazu verlassen, einen längst gehegten Plan zu verwirklichen und nach China zu gehen, um dort „als Reorganisator, denn diesen Beruf hatte ich mir jetzt ausgewählt“, zu wirken. Sein Ziel ist die Provinz Setschuan, an der Grenze von Tibet. Nach wenigen Tagen tut er sich zusammen mit einem chinesischen General und fängt mit der Eroberung einer Provinz an. Dann wird er Ratgeber des Generals Wupeifu und verspricht ihm, eine Anleihe in Europa zu erwirken. Mit großem Pomp fährt Trebitsch, nun zum „Botschafter“ avanciert, nach Italien.

Trebitsch ist in seinem Element, er kann Geschäfte machen, märchenhafte Geschichten erzählen, mit seinen Erfolgen prahlen, spionieren und Nachrichten sammeln. Ein paar Chinesen hat er mit, er hat sie in goldstrotzende Uniformen gekleidet und gibt sie für hohe chinesische Offiziere aus. Doch nun blamiert sich Trebitsch auf das erbärmlichste. Ein kleiner Möbelfabrikant aus Wien stellt sich vor als Vertreter eines ,,Bankenkonsortiums“ und verhandelt mit Trebitsch über eine Anleihe von 25 Millionen Dollar — wofür Trebitsch alle möglichen und unmöglichen Konzessionen verspricht. Aus der ganzen Sache wird nichts, denn der Wiener besitzt keinen roten Heller.

 

 

Der Meister aller Hochstapler ist auf einen noch größeren Gauner gestoßen.

Unverrichteter Sache muß Trebitsch nach China zurück, vorher wird er noch in Zürich wegen Paßvergehens verhaftet.

 

 

Trebitsch ist müde, auch ist er durch seinen Mißerfolg diskreditiert — er geht in ein buddhistisches Kloster. Dort trifft ihn ein schwerer Schicksalsschlag. Sein Sohn John, der in London lebte, wird als Mörder gehenkt (es soll ein Totschlag in trunkenem Zustande gewesen sein).

Unstet wandert nun Trebitsch mehrere Jahre durch China, von Zeit zu Zeit besucht er Europa, schreibt gutbezahlte und über alle Maßen sensationelle Artikel und Memoiren, wird dann und wann verhaftet und zur Grenze abgeschoben. Endlich findet er wieder in einem Buddhistenkloster Ruhe.

 

 

 

 

 

 

Eine neue, die vierte (oder ist es die fünfte) Religion nimmt er an und wird Abt des Klosters zur Erhabenen Erleuchtung. Es wird jedoch behauptet (1), daß diese Ruhe nur eine scheinbare sei.
1M. Laporte, „Bouddha contre Intelligence Service“, Paris 1934

 

 

Das ist das staunenswerte Leben des Isaak Trebitsch.
In welchen Verwandlungen wird er
noch erscheinen?

 

 

Die Persönlichkeit Trebitschs ist außerordentlich interessant. Gewiß, es fehlt ihm an Ausdauer und innerem Gleichgewicht, aber eben dieses Unausgeglichene in seinem Wesen läßt bei ihm die typischen Eigenschaften des Juden besonders kraß hervortreten. Er besitzt glänzende Fähigkeiten. Im Nu kann er einen fremden Gedanken begreifen oder einen Plan ausarbeiten.
Seine Anpassungsfähigkeit an die Umwelt erlaubt ihm je nach Bedarf,

  • als Ungar,
  • als Englander,
  • als Deutscher,
  • sogar als Eiferer der chinesischen Revolution zu erscheinen, ohne daß er dabei unecht wirken würde.
  • Er kennt keine Muttersprache,
  • kein Vaterland,
  • keine Religion,
  • er ist ein sich ewig wandelndes und sich anpassendes Chamäleon,
  • mit gleichem Erfolg kann er die Rolle des Industriellen,
  • des Missionars,
  • des Politikers,
  • des Verschwörers spielen —
  • er hat keine eigene Natur,
  • keinen eigenen Glauben,
  • keine eigene Persönlichkeit, es sei denn diejenige, die sich unter galizischen Spekulanten oder in den Kaschemmen New Yorks gezeigt hat.

 

 

Trebitsch ist kein Schwerverbrecher, wie Straßnoff, mit dem er das Schauspielertalent gemeinsam hat, aber seine Unbedenklichkeit in der Wahl der Mittel ist unbegrenzt, es macht ihm nichts aus, als Fälscher, Spion oder Falschmünzer aufzutreten und auf das Gebiet des Kriminellen überzugehen. Sein Temperament ist unstet und heftig, er läßt sich zu Affekthandlungen hinreißen — in seinen Memoiren (1) kehrt immer wieder der Ausdruck „Ich war wütend“.
1 Die Memoiren Trebitschs sind auch in deutscher Sprache unter dem marktschreierischen Titel „Lincoln-Trebitsch, der größte Abenteurer der Welt“ erschienen

 

 

Zu einem schöpferischen Gedanken ist er unfähig, unnachahmlich hingegen in der Verwertung fremder Ideen.

 

 

Immer und überall ist ihm sein eigenes Ich Selbstzweck und das einzige absolute Maß aller Dinge.

  • Unschöpferisch,
  • aber klug,
  • wurzellos,
  • verlogen
  • und wendig

 

so ist Trebitsch, der Jude.

 

 

 

 

 

 

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Ursel
Ursel
16/11/2021 22:47

Wir sollen tot, krank oder zu Biorobotern gespritzt werden und Sie bringen hier solche langweiligen Vorträge.
Es heißt, dass sich die 3. Macht mit den UNO-Staaten im Krieg befinden würde.
Wie ist der derzeitige Stand dieses Krieges?
Wer hat was/wo besiegt oder was geht überhaupt allgemein vor sich?
Warum berichten Sie nicht mal darüber?